Hier findest Du Antwort auf viele Fragen :

Ist ein Balkonkraftwerk nur für private Nutzer interessant ?

Grundsätzlich kann jeder Einzelne, der den Platz hat, mindestens ein Solarmodul aufzustellen, von einem Balkonkraftwerk profitieren und Stromkosten sparen. Am effektivsten ist das Balkonkraftwerk, wenn alle Energie gleich verbraucht wird, wenn sie tagsüber anfällt. Damit ist ein Balkonkraftwerk also auch für Freiberufler, Gewerbetreibende und Unternehmen interessant, denn dort ist der Energiebedarf am Tage meist kontinuierlich vorhanden. Und gerade dann wird der meiste Solarstrom erzeugt.

Braucht man eine Genehmigung für den Betrieb eines Balkonkraftwerks ?

Eine behördliche Genehmigung ist bis 800 Watt Einspeiseleistung nicht erforderlich. Seit dem 16.5.24 ist die schriftliche Anzeige beim örtlichen Netzbetreiber nicht mehr notwendig. Mit dem Eintrag ins Marktstammregister erhält der Netzbetreiber die Mitteilung von Deinem Balkonkraftwerk . Hier geht's zur Erklärung per Video:

https://www.youtube.com/watch?v=aSyMV6wc8wI

Als Mieter empfiehlt es sich zusätzlich, beim Vermieter oder ggf. von der Eigentümerversammlung eine Einverständniserklärung für den Betrieb und die Montage einzuholen.

Gibt es technische Voraussetzungen für den Betrieb ?

Für den Anschluss an das eigene Stromnetz (230 Volt/ 50 Hz) muss eine gesonderte Netzanschlussdose fest verbaut vorhanden sein. Manche Netzbetreiber fordern statt dessen auch einen sogenannten Wieland-Fest-Anschluss, den der Fachmann einbauen muss. Ist die Elektroinstallation unklar oder veraltet und z.B. noch mit Schraubsicherungen bestückt, sollte ebenfalls ein Elektrofachbetrieb vor Inbetriebnahme zu Rate gezogen werden.

Hat Dein verwendeter Stromzähler noch keine Rücklaufsperre oder gar noch eine "Drehscheibe" zur Verbrauchsmessung, setzt der Netzbetreiber mit Deiner Meldung im Marktstammregister meist kostenlos ein neues Zählgerät ein.

Das Kraftwerk wird lediglich an die gesonderte Netzdose per Schukostecker eingesteckt und schon beginnt die Stromeinspeisung ins eigene Netz. Gem. VDE-Norm ist die Einspeisung von max. 800 Watt in den Haushalt per Schukostecker erlaubt. Hierbei darf die Erzeugungsleistung ohne Speicher 960 Watt nicht übersteigen.

Wie wird das Balkonkraftwerk angeschlossen ?

Es gibt die unterschiedlichsten Möglichkeiten: Auf dem Balkon, am Balkongeländer, auf der Gartenhütte, dem Carport, an der Hauswand oder auch nur ebenerdig auf dem Rasen oder der Terrasse. Alle Verbindungen sind im Standard IP 67 mindestens spritzwassergeschützt konstruiert, sodaß lediglich ein Netzanschluss in der Nähe sein sollte. Bei Befestigungssystemen ist darauf zu achten, dass die geeigneten ausgewählt und die einschlägigen Sicherheitsvorschriften eingehalten werden.

Was passiert mit dem nicht selbst verbrauchten Strom ?

Wird der Strom, der über das Balkonkraftwerk erzeugt wird, nicht gänzlich selbst verbraucht, erfolgt eine Einspeisung ins öffentliche Netz. Eine Vergütung dafür gibt es aber nicht. Möchtest Du das vermeiden, brauchst Du ein Speichersystem, das den nicht verbrauchten Strom aus deinem Balkonkraftwerk speichert. Wir haben darauf abgestimmte Systeme im Sortiment.

Wo werden Balkonkraftwerke aufgestellt ?

Die Module sind vor allem bei Balkonbefestigung besonders gegen Herabfallen zu fixieren. Da das Balkongeländer statisch berechnet ist und damit sowohl anlehnende Personen wie auch Pflanzkübel trägt, ist auch die Belastung durch zwei Solarmodule unkritisch. Das Balkongeländer muss jedoch fachmännische befestigt sein. Alternativ haben ist die Befestigung auch auf Ziegel- und Flachdächern oder an der Hauswand möglich.

Wieviel Strom kann ich selbst erzeugen und welchen Betrag kann ich damit einsparen ?

Das kommt vor allem auf die Ausrichtung der Solarmodule an. Jede Abweichung der Solarmodule von Süden kostet mit einem nicht idealen Anstellwinkel ein paar Prozent Verluste. Ist die Ausrichtung südlich und der Anstellwinkel ca. 30 - 35 ° können pro Jahr bei 800 Wp Einspeiseleistung bis 900 kWh erzeugt werden. Eine nördlich gerichtete Aufstellung hat die geringste Effektivität. Bei einem Strompreis von 40 ct/kWh sind das ungefähr 360 €/Jahr, die gegenüber dem Bezug beim Versorger eingespart werden können. Da rechnet sich ein Balkonkraftwerk sehr schnell. Bei Verwendung eines Batteriespeichers steigt der Nutzen weiter an.

Brauche ich eine Versicherung für den Betrieb eines Balkonkraftwerks ?

Eine Versicherung ist zu empfehlen. Jedoch nehmen viele Sachversicherer eine solche Anlage kostenfrei in die bestehende Hausratversicherung auf. Dies ist auch bei vielen Privat- oder Hausbesitzer-Haftpflichtversiche-rungen so, die darüber hinaus Schutz gegen Ansprüche geschädigter Dritter bieten.

Macht mich ein Balkonkraftwerk unabhängig vom öffentlichen Stromnetz ?

Nein, denn der Wechselrichter bei einem Balkonkraftwerk benötigt zum Betrieb das öffentliche Stromnetz. Ohne dieses wird zwar Strom über die Solarmodule erzeugt, gelangt aber nicht ins Hausnetz.

Welche Lebensdauer hat ein Balkonkraftwerk ?

Wie bei allen Solaranlagen kann man von einer Lebensdauer von 25 Jahren ausgehen. Lange Garantiezeit der Hersteller auf Wechselrichter, Speichersysteme und Solarmodule von bis zu 25 Jahren und eine bis 30-jährige Leistungsgarantie auf Solarmodule signalisieren eine hohe Zuverlässigkeit.

Welche Leistung darf ich auf meinem Dach installieren ?

Genehmigungsfrei dürfen maximal 2000 Wattp Erzeugungsleistung installiert werden. Davon gehen üblicherweise maximal 800 Watt in den Haushalt, der Rest sollte in einem Energiespeicher für sonnenarme Zeiten gespeichert werden.

Was passiert mit meinem nicht verbrauchten Solarstrom ?

Der im Hausnetz nicht selbst verbrauchte Solarstrom fließt ins öffentliche Netz des örtlichen Versorgers und steht dort jedem Verbraucher zur Verfügung.

Ist bei einem Balkonkraftwerk ein Speicher sinnvoll ?

Ein Solarstromspeicher verbessert im Allgemeinen die Effizienz eines Balkonkraftwerks deutlich: wenn jedoch der am Tag erzeugte Solarstrom sofort im Haushalt verbraucht wird, dann lohnt sich ein Speicher weniger. Dies ist jedoch meist nicht der Fall. Wenn der Solarstrom am Tag erzeugt wird und nicht sofort komplett verbraucht wird, kann ein Speicher helfen, die Stromversorgung über Nacht oder bei schlechtem Wetter zu unterstützen. Die Nutzung eines Speichers als Notstromakku ist eine zusätzliche Option.

Welche Speichergröße brauche ich ?

Ohne Berücksichtigung Deiner individuellen Verhältnisse ergibt sich nach der Faustformel je 1 kWp Leistung eine Speichergröße von 1,5 kWh. Dieser Wert sollte maximal korrespondieren mit einer Speicherkapazität von 1,5 kWh je 1 kWh Deines Verbrauchs p.a.